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Neue Funkauslöser für Blitze und Kameras

PocketWizard MiniTT1 und FlexTT5

Lange musste ich (und viele andere interessierte Fotografen) auf sie warten und mehrmals wurde der Veröffentlichungstermin verschoben, jetzt sind sie endlich da: Die neuen PocketWizard Funkauslöser mit der Fähigkeit zu Übertragung der
E-TTL II Informationen per Funksignal.

Der folgende Bericht befasst sich mit den neuen Funkauslöser von LPA Design. Aufgeteilt in vier "Folgen" werden
  • Lieferumfang und Funktionen
  • Funktionserklärungen
  • Handhabung und Funktionstest
  • Praxiseinsatz und Resumée
beschrieben. Gleich vorab: Die Schilderung ist eine individuelle und persönliche Betrachtung der Einsatzmöglichkeiten dieser Geräte, die für jeden Anwender unterschiedlich ausfallen kann. Ich würde mich freuen, wenn weitere Erfahrungen oder abweichende Meinungen hier diskutiert werden und stehe für weiterführende Fragen im Rahmen meiner Möglichkeiten gern zur Verfügung.
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Lieferumfang und
Funktionsbeschreibung

Der amerikanische Markt wird ja schon seit einer ganzen Weile mit den neuen Geräten beliefert. Wie aber fast schon üblich, ließ die für den deutschen Markt zugelassene Version mit CE-Kennzeichnung noch mehrere Monate auf sich warten. Und die vielleicht einzige wirkliche Alternative, die "Radiopopper", werden immer noch nicht (trotz des deutlich längeren zeitlichen Vorlaufs) in den EU-Markt geliefert.
Wie viele der Geräte momentan lieferbar sind kann ich nicht verlässlich sagen, meine Vorbestellung vom Mai dieses Jahres dürfte aber zu „bevorzugter Auslieferung“ geführt haben, sofern das Angebot hinsichtlich der Nachfrage zurück bleiben sollte.
In diesen Zusammenhang sollte auch erwähnt werden, dass die Geräte "kameraspezifisch" sind, d.h. es gibt eine Version, die mit Canon-Kameras funktioniert und eine weitere, die für die Nikon Geräte (z.Z. noch nicht lieferbar) eingesetzt werden kann. Eigentlich logisch, da die herstellerspezifischen Steuerungssignale umgesetzt und die unterschiedlichen Kontaktbelegungen berücksichtigt werden. Die Kameras aller anderen Hersteller bleiben zunächst (?) unberücksichtigt.

Darüber hinaus gibt es, wie bei Geräten mit Sende- und Empfangsfunktionen üblich, unterschiedliche Versionen für den amerikanischen und den europäischen Markt (FCC- und CE-Zulassung). Die „CE-Geräte“ arbeiten im Frequenzbereich 433,42 - 434,42 MHz, die für den amerikanischen Markt zugelassenen Signalgeber (FCC-Kennzeichnung) senden dagegen im Bereich von 340,00 - 354,00 MHz.

Mein Start- und Testset, bestehend aus einem Sender -MiniTT1- und einem als Empfänger (aber auch als Sender) einsetzbaren Gerät -FlexTT5-, wurde von der Firma Isarfoto Bothe aus München gewohnt schnell und sicher verpackt geliefert. Mit den Funkauslösern werden zwei Canon 580 EX II Blitze zum Einsatz kommen.
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Lieferumfang

Der Lieferumfang bietet dann auch schon den ersten Kritikpunkt. Neben dem eigentlichen Gerät (Sender und Empfänger können jeweils einzeln bestellt werden), wird ein Satz Batterien, ein USB-Kabel und eine mehrsprachige, bebilderte Kurzanleitung mitgeliefert. Das war's. Die Kurzanleitung erklärt die Lage der Bedienelemente und gibt einige grundlegende Hinweise zur Nutzung der Geräte. Obwohl ich eigentlich kein Anhänger von gedruckten Anleitungen bin, vermisse ich hier eine ausführliche Bedienungsanleitung schmerzlich. Und nicht etwa, dass das Handbuch auf einer Anwendungs-CD als *.pdf-Datei beiliegt. Der Hersteller legt "vorsichtshalber" erst gar keine CD mit der Software zur Konfiguration der Funkauslöser bei. Das Internet könnte helfen, denkt sicher der eine oder andere Leser meines Berichts. Das tut es, aber leider nur partiell: Die Anleitung gibt es z.Z. ausschließlich in drei aufeinander folgenden Teilen, quasi als Fortschreibung zu den zusätzlich entwickelten Funktionen. Sie ist rückwärts in der Reihenfolge des Erscheinens zu lesen, um keine Informationen zu verlieren. Und dann auch nur in Englisch! Letzteres gilt auch für die Konfigurationssoftware. Hinzu kommt noch, dass sich die fortgeschriebene Anleitung durch technische Veränderungen der Funktionen in Teilen deutlich widerspricht und nicht nur die alte Fassung ergänzt. Etwas mühsam habe ich mich dann auch durch die fachspezifischen Ausdrücke gequält.
Hier ist sicherlich eine Nachbesserung dringend erforderlich, die der Hersteller bei der Produktregistrierung dann auch verspricht. Allerdings kein Wort zur Sprachlokalisierung der Softwareanwendung!

Obwohl ich die englischen Sprache recht gut beherrsche, empfinde ich dies alles als sehr ärgerlich. Ist doch der Aufwand für die zusätzliche Erstellung von weiteren Sprachmodulen für Soft- und Hardwareprodukten oftmals ein wesentliches Argument für den im Vergleich zum US-Markt deutlich höheren Preis.

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Die Stromversorgung des MiniTT1 erfolgt durch eine 3VDC Lithium Knopfzelle (CR2450 oder CR2354). Da der MiniTT1 nur bei Auslösung Signale übertragen muss, ist der Batterieverbrauch äußerst gering. Darüber hinhaus besitzt er einen Stromsparmodus, in den er automatisch wechselt, sobald die Kamera in den Schlafmodus fällt. Der Hersteller gibt als Lebensdauer "mehrere hundert Stunden" an, was ich bisher noch nicht überprüfen konnte.
Der Empfänger bezieht seine Energie aus 2 AA-Zellen. Sehr angenehm, da diese Größe ohnehin zu meiner Fotoausstattung gehört und ich so nicht noch weitere Batterieformate kaufen, laden, überwachen und mitnehmen muss. Die Empfänger funktionieren auch erwartungsgemäß problemlos mit meinen Sanyo Eneloop-Akkus.
Wie auf den Bildern erkennbar, befindet sich direkt auf dem Empfänger ein Blitzanschluss. Gleiches gilt auch für den Sender. Ein Blitz kann damit ohne zusätzliche Verkabelung direkt ausgelöst werden. Warum es trotzdem sinnvoll sein kann, den Flex TT5 mit dem Blitz über ein Kabel zu verbinden und welche weiteren Anschlüsse der Empfänger besitzt, wird im nächsten Teil dieses Berichtes im Detail beschrieben werden.
Die herausragenden Funktionen

ControlTL
Die primäre Funktion, die diese Geräte m.E. so "begehrenswert" macht, ist die Fähigkeit zur Übertragung der ETTL Steuerungs- und Regelfunktionen zwischen Kamera und Blitz per Funksignal, von LPA Design als "ControlTL" bezeichnet. Anders als bei nahezu allen anderen am Markt erhältlichen Funkauslösern, werden hier nicht nur der Zeitpunkt der Auslösung, sondern auch die Informationen zur Steuerung der "Blitzleistung" übertragen. Eine Sichtverbindung zwischen Kamera und Blitz ist nicht mehr erforderlich.

Hinzu kommen weitere überaus sinnvolle Funktionen, die die Gestaltungsmöglichkeiten beim Fotografieren deutlich erweitern.

HyperSync
Meine Kameras können regulär mit einer Blitzsynchronzeit (X-Sync) von bis zu 1/250 Sek arbeiten. Würde man kürzere Belichtungszeiten wählen, wäre aufgrund der im Vergleich zur Verschlusszeit zu kurzen Blitzabbrenndauer ein schwarzen Balken im Foto zu sehen, weil das Bild nicht vollständig belichtet werden konnte. Wer die Entstehung dieses Balkens im Detail verstehen und vielleicht auch sonst noch mehr über das Blitzen mit Canonequipment erfahren möchte, sei an dieser Stelle auf das wirklich hervorragende Buch von Dirk Wächter "Heute schon geblitzt?" verwiesen. Eine Leseprobe und mehr Informationen gibt es hier.
HyperSync ermöglicht nun, in direkter Abhängigkeit von dem eingesetzten Equipment (modellspezifische Kombination aus Fotoapparat und Blitz), deutlich kürzere Blitzbelichtungszeiten als die "normalen" Werte der Kamera. Blitzsynchronzeiten von bis zu 1/500 Sek. bei voller Blitzleistung werden so möglich.


FP/High-Speed Sync
Die Canon 50D hat natürlich bisher bereits höhere Blitzsynchronzeiten als 1/250 Sek zugelassen. Dazu musste die HS-Synchronisation (High Speed Synchronisation) am Blitzgerät aktiviert werden. Dabei sendet der Blitz in sehr schneller (und damit unsichtbarer) Folge Lichimpulse aus, die den erwähnten schwarzen Balken auf dem Foto verhindern. In der Konsequenz führte dies zu einer deutlichen Reduzierung der Blitzleistung. Per Funkauslöser war diese Funktion bisher nicht realisierbar! Dies ändert sich mit den neuen PocketWizards. Die HS-Synchronisation ist eine automatische Funktion der PocketWizards, die sich selbstständig bei einer entsprechenden Belichtungszeit oberhalb der HyperSync-Zeit einschaltet und Belichtungen mit Blitz (im HS-Modus) bei bis zu 1/8000 Sek. ermöglicht.

Power Tracking
Einfach zu erklären und eine beachtenswerte, bisher nicht mögliche Funktionalität bietet das "Power Tracking". Der Funkauslöser wird schneller als die Bildaufnahmegeschwindigkeit der meisten Canon Kameras: Mit bis zu 8 Bildern pro Sekunde kann der Blitz per Funk ausgelöst werden. Voraussetzung ist natürlich, dass der Blitz in der Auslösehäufigkeit "mithalten" kann, also die Blitzbereitschaft bei jeder Auslösung vorhanden ist.

Kompatibilität
Nahezu alle Canon SLR-Kameras sind mit dem MiniTT1 und dem FlexTT5 einsetzbar:
• Canon EOS-1D Mark III und EOS-1Ds Mark III
• Canon EOS-1D Mark II, EOS-1D Mark II N und EOS-1Ds Mark II
• Canon EOS 5D und 5D Mark II
• Canon EOS 20D, 30D, 40D und 50D
• Canon EOS 350D, 400D, 450D und 1000D
Und die taufrische Canon 7D zählt vermutlich auch dazu. Ggf. dürfte die Kompatibilität per Firmwareupdate nachträglich hergestellt werden.

Weiter zum Teil 2:
Funktionserklärungen >